Mal richtig geile Erlebnisse in Neuseeland

Nun bin ich wieder alleine mit meiner Deutschen Sprache. Bis auf die paar Deutschen und Schweizer die bei mir springen möchten. Die Zahlen gingen in den letzten Tagen etwas hoch und ich verdiene dadurch logischer Weise mehr Geld. Kann also nicht verkehrt sein.

Rechts das Trampolin-Links der Crepes Store

Anika und Dajo, die (ihr) beiden lustigen Chipsies, waren am Wochenende nochmal auf ein Glas Wein vorbei gekommen, haben mich aber trostlosen Anlasses am Montag zurück gelassen. Ihre Gesellschaft und Hilfe war Gold wert und ich kann nur hoffen im weiteren Leben nochmal auf sie zu stoßen!!

Ihr Hippie-Bus

Doch auch allein macht die Welt viel Spaß. Ich habe von einem Kölner ein Fahrrad geschenkt bekommen, da der schleunigst weg musste und ich halt so super nett bin… So habe ich das alte Ding mal fit gemacht und kann nun auch weiter raus fahren um zu baden. Heute war ich in der Sunshine Bay, etwas abgelegene, schöne ruhige Bucht in der man sich nach einem heißen Arbeitstag richtig geil gehen lassen kann. Um dann wieder nach Hause zu strampeln. Tut mir auf jeden Fall gut. Gibt ja nur Weißbrot und Crêpes und manchmal Nudelsuppe. Aber verhungere nicht! Keine Angst!

 Der Blick aus meinem Zelt

Viel mehr Sorgen sollte man sich über den Verrückten machen, der gestern kostenlos Paragleiter mitfliegen durfte! Haha das war richtig geil. 48 Minuten mit der Thermik unterwegs. Jonas aus Litauen, für den ich auch Leute werbe, hat mich spontaner Weise zum Feierabend überfallen und wollte mit mir fliegen. Nathan, der auch schon fliegen durfte, hat uns dann zur Coronet Peak (1751m) gefahren um mir den Tag zu versüßen. Gute Idee! Kurz gezeigt wie alles funktioniert und dann ab in die Lüfte. Super Gefühl, über den Bergen, den Wäldern und dieser riesigen Ebene mit ihren kleinen Hügeln zu schweben und sich die Welt mal im Lego Format anschaut. Mit Jonas machte die ganze Sache noch richtig Spaß und nach dem geilen Flug und dem nach-Hause-trampen, gab es auch noch gemeinsames Abendbrot und lächerlich schmeckendes Bier. Jedenfalls ein sehr lustiger Mensch mit dem man unbedingt in Kontakt bleiben muss, um in Litauen mal jemanden besuchen zu können, falls man mal eine Reise rings um die Ostsee plant!?

Steve war eben auch noch da. Der, der jeden Tag die Chipsies vermisst, weil er jetzt allein campen muss. Er lebt seit fünf Jahren in den warmen Zeiten im Camper und ist mit seinen 40 Jahren ein wahnsinniger Aufreißer. Unglaublich. Nach Feierabend kommt er auf Hot Dogs und einen Schwatz vorbei, und natürlich zum Gaffen.

Mit Borisz, dem „Manger“  verstehe ich mich auch prima und mit Anita wird es auch immer besser. Die muss zwar meist noch nach Feierabend in einem Fischrestaurant kellnern und ist deshalb manchmal etwas gereizt. Aber ich schaffe es meist sie etwas auf zu heitern.

Nathan kommt jetzt auch nicht mehr so oft, denn in seinem kleinen Obststand gibt es nichts mehr zu verkaufen. Vor kurzem gab es immer noch Kirschen und Pflaumen…hmmmm!

 v.l.Anita,Dajo,Borisz,Ich,Steve,Nathan,Anika

Die zwei Argentinierinnen und die beiden Deutschen sind nach einigen Tagen wieder weg und nun ist Will aus Chicagooo da. Vielleicht kann man etwas mit dem anfangen. Ansonsten habe ich immer noch die Crew und mich natürlich. Was will man mehr.

In freien Minuten schmiede ich die Pläne meiner Weiterreise. Ich plane…im April dann mit dem Fahrrad weiter in den Süden vor zu dringen und Lager zu errichten. Nach gelungenem Zug nochmals in Queenstonwn vorbei zu schauen und dann an der Westküste in den Norden zu fahren. Dort habe ich ein Angebot auf einem Weinberg im Mai erhalten. Mal schauen wie das klappt. Ansonsten komme ich auch so über die Runden. Kein Ding! Danach eben weiter auf die Nordinsel und letztendlich nach Aukland, denn dort geht mein Flug.

Wuschhhhhhh

Natürlich vermisse ich auch meine Heimat und lasst euch alle lieb umarmt sein. No worries!!  

2 Kommentare 18.2.10 21:33, kommentieren

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In der königlichen Stadt

Freitagabend bin ich nach langer Fahrt endlich in Queenstown angekommen. Das sich ewig hinziehende Flachland von Canterburry hat natürlich nicht sehr viel zu bieten. Jede Menge Farmen und bewässerte Kuhweiden, Schafe manchmal Lamas und Wild.

In den Bergen sieht es dann schon teilweise wie im Allgäu aus. Das schlägt dann aber schnell wieder in eine trockene Hochebene  um. Es regnet hier sehr selten und zurzeit ist es auch sagenhaft heiß. Ein wachsender Sonnenbrand und eine immer größer werdende Freude hier zu sein, breitet sich in mir aus. Je grüner es wurde, umso näher waren wir an Queenstown. Es ist eine kleine (13.300 Einwohner) Stadt inmitten von einigen Bergen, bewachsen oder eher Rohkultur. Ein fantastischer See, Lake Wakatipu, liegt direkt an der Stadt.


Benannt wurde sie nach dem Wert, der sie königlich erscheinen lassen  sollte. Die Queen war aber nie hier…

Dafür bin ich ja jetzt da. Zwar anfangs Schwierigkeiten gehabt eine Unterkunft zu finden, lieh mir ein Hostel ihr Zelt für eine Nacht. Die nächsten zwei Nächte verbrachte ich ebenso in diesem Hostel, in dem ich auf mindestens acht Deutsche und eine Israelin und Schweden und….getroffen bin.

Arbeit betreffend habe ich nun einen Job gefunden. Der Bungy Operator entpuppte sich als kleines Fahrgeschäft wie man es vom Rummel kennt. Hüpfeburgmatratzen mit einem Gestell an dem Gummiseile befestigt sind. Kindern macht das jede Menge Spaß und ein paar Jugendlichen auch. Mir ebenso, passt schon. Geld kann man da auch machen, man muss eben nur auch Leute werben. Für eine Paragleiterfirma kann ich noch Leute heranziehen und dabei noch Geld machen. Da das aber recht schlecht mit der Unterkunft klappen würde, schlafe ich ab Montag im Zelt, hinter dem Geschäft in einer schönen Ecke mit super Blick auf die Stadt und den Sternenhimmel der südlichen Hemisphäre. Ist schon toll und die Ungarn, die das Crépes Geschäft und das Bungy betreiben sind auch extrem korrekte Menschen. :=)

Morgen soll noch eine weitere Deutsche kommen, die auch dort arbeiten soll (der nimmt nämlich nur Deutsche&hellip und mir sicher etwas Gesellschaft bieten kann. Vielleicht macht die mit mir ja die Paragleitergeschichte. Muss sie wahrscheinlich, da sie mit dem Rest nicht annähernd so viel Geld machen kann, wie ich. Schade drum.

Es geht also alles seinen Gang. Mir geht’s fine und das Wetter kann eigentlich nicht besser sein. Gut abends wird es etwas kühl durch den Wind. Dafür ist es tagsüber unglaublich Sonnig und heiß ja. Wird also mit dem unter Sternenhimmel schlafen auf jeden Fall was.

Die zwei Deutschen, die bis jetzt dort gearbeitet haben, sind auch super lustige Hippies und haben ebenfalls gleich dort im Bus gepennt. Total fetziges Paar. Hoffentlich sind die nächsten die kommen auch so nett. Schließlich habe ich vor hier bis April zu bleiben und etwas Geld zu machen.

Also bis hierher wisst ihr erst einmal genug. Super Neuseeland-Hoffe auch super Deutschland?      

1 Kommentar 10.2.10 21:34, kommentieren

Sehr lange ist es her

Unterwegs in London


Am 21.12.2009 ging es von Reykjavik nach England. Aufgrund von zwei cm Schnee musste ich in Birmingham landen und kam am Ende sechs Stunden zu spät. Dafür hat es sich aber sehr gelohnt. Mit Anne habe ich meinen ersten Picasso und alle anderen wichtigen Sehenswürdigkeiten Londons entdeckt.

Das gemeinsame Weihnachtsfest hätte nicht besser sein können. Neben Rouladen und Klößen gab es eine schöne Bescherung und ein typisch englisches Weihnachtsfeeling.


Viel gelaufen um uns die zahlreichen Parks und Märkte sowie Einkaufszentren anzuschauen. Zwei englische Kinobesuche waren auch drin und, ich glaube dreimal der Camden Market. Riesiger jugendlicher Markt, auf dem sich für jeden Geschmack etwas finden lässt.


Am 28. Kamen Jonas, Martin und Johannes zu Besuch mit denen man dann mal wieder richtig viel Spaß hatte. Das hatte zwar alles etwas über Haufen geworfen, aber die Zeit wird man wohl nie vergessen.


Nun also zu fünft die Stadt mit ihren Pubs und natürlich den Harrods erkundet. Im Harrods Kaufhaus beschränkten wir uns lediglich auf die Spielzeugabteilung, da die am meisten hergab. Dinge, die man sonst wohl nirgends anders finden kann. Das Steiffbären Sortiment und die komplette Sesamstraßenbesatzung in Plüschformat.

                       

Silvester versuchten wir von irgendwo dem Feuerwerk zu zuschauen, welches am Big Ben stattfand. Am Ende standen wir an der viernächsten Brücke und konnten dem Spaß nur von weitem, hinter Häusern genießen…
Poplar und Bromley-by-Bow sind wahnwitzige Stationen der besten  U-Bahn mit der ich bis jetzt gefahren bin.


Am 2.1.2010 sind die Jungs abgezogen und wir hatten noch eine schöne gemeinsame Zeit, die dann trotzdem am 4.1. sehr traurig auseinander ging. Der Heimweg dauert immer am längsten
Vier Stunden zu spät in Berlin angekommen, konnte ich gerade noch so meine Züge bekommen. Aber ich bin ja noch heile. Eine Woche zuhause mit viel Holz und jede Menge Leuten zum wiedertreffen.  Es war natürlich wunderschön, die heimische Nähe und Kultur zu genießen. Sich dabei geborgen zu fühlen und endlich alle wieder mal umarmen zu können.

Dann ging es spontan nach Obertauern in den Skiurlaub mit Benno und Milo. Der Hotel Aufenthalt hatte mich natürlich so verwöhnt, dass ich dann gar nicht mehr weg wollte.


Drei Tage Skifahren und zwei Tage Snowboard fahren lernen. Hat sich auf jeden Fall gelohnt.


In der Zeit konnte man auch die ganzen Mengen Alkohol aufholen, die ich in Island nicht verbraucht habe…


Knapp zu Hause angelangt, gleich zum Fasching um alle Bekannten wieder zu treffen. Geniale Sache. Ich fühl mich auf jeden Fall schon viel besser als vorher. Es lohnt sich schon. Die nächste Woche wieder etwas gearbeitet um auch was von mir da zu lassen und natürlich Freunde sehen.

       
Omas Geburtstag, Kultur, Theater mit Jonas und Martin in Bad Sulza, Mist streuen, Romy mal wieder besuchen und nebenan immer organisieren. Bier trinken und Co.. Ebenso sehr schön Muttis Geburtstag mit zu erleben. Von mir bekam sie Konzertkarten für Giora Feidman, bei dem wir am Samstag Abend in der Stadtkirche in Jena waren. Super geiles Konzert mit dem Gershwin Streichquartett und einer geilen Akustik. Danach noch zu Kusches Party in Seitenroda um auch mit den Leuten aus dem Dorf noch was anzustellen. War alles sehr schön-aber die schöne Zeit war schon wieder rum.


Sonntag geht’s los

Mit Martin Miertschink nach Frankfurt gefahren und die Boing 747 gut gekriegt. Nach 12 Stunden in Malaysia/Singapur angekommen, gleich weiter nach Sydney in neun Stunden. Von dort aus ging es direkt nach Christchurch, ohne erst nach Aukland zu fliegen. Dadurch sparte ich mir acht Stunden und kam letztendlich 14.00 am 2.2.2010 an. Mit Seesack bepackt zum Hostel gelaufen und dabei gleich die angenehme Wärme dieser Gartenstadt genossen.


Gleich Sonnenbrand bekommen, aber das lohnt sich schon. Im Hostel habe ich Antoine aus Frankreich kennen gelernt, mit dem ich dann gleich in die Innenstadt bin um mal rumzuschauen und etwas einzukaufen. Ein nicht sehr gesprächiger Mensch, aber besser als allein umher zu ziehen.      

Organisatorisches und Schmackhaftes 3.2.2010

Mittwoch haben der Franzose und ich die Sozialversicherungsnummer beantragt, was eine ganz schöne Prozedur war. Dazu noch Sim Karte fürs Telefon zum Leute anrufen, nicht? Die Kirche habe ich mir natürlich auch angeschaut-sehr schönes Ding mit lustigen Verzierungen.


Noch in das Christchurcher Museum und in die Kunstgalerie, Exhibitionismus… Abends dann in den botanischen Garten zum Sommer Theater. Schmal besucht aber sehr gemütlich.
Heute rufe ich mal ein paar Arbeitgeber an, wie die Situation aussieht und zur Post wollte ich auch nochmal, denn ich habe viel zu viel Gepäck, das ich einfach nicht schleppen kann…

           

Morgen fahre ich nach Queenstown, einem kleinem Goldgräberstättchen in den Bergen. Dort werde ich wahrscheinlich als Bungy Operator arbeiten, bis April. Wäre sehr geil!!!

Ich hoffe mal nur das Best

Also lasst euch alle ganz gut gegrüßt sein und macht was aus eurem Urlaub!!!

4.2.10 00:26, kommentieren

Reykjavik und Co.

Hey meine Woche in der City ist schon wieder fast rum, aber ich habe eigentlich alles erlebt, was ich mitmachen wollte oder konnte. Jede Menge sympathische Menschen gibt es hier. Nun lass mich erstmal von vorn anfangen…

Sonntag mit der Fähre über den Fjord getuckert zur jungen Stadt Stykkishólmur. Dort hab ich seit langen mal wieder ein Bier getrunken, nur zur Bestätigung, und die Stadt ein bisschen erkundet. Ich kam erst abends an. So hat es noch gereicht ein Zimmer zu bekommen und eine Runde zu laufen.

 

Am nächsten Morgen nahm ich den Bus nach Reykjavik. Nach 2,5 Stunden kam ich auch in der BSÍ an und machte mich sofort in die Innenstadt, mit Gepäck. Zuerst einmal die Hallgrímskirkja angeschaut. Ein so fantastisches Gebäude, dass so im kapitalen Zentrumen der Stadt herumstehprollt und den Konsumenten den Weg zur Main Shoppingstreet zeigt.


Nun hab ich mich doch auf die Suche nach meinem Hostel gemacht. Ewig weit gelaufen, Busfahren ist langweilig, fand ich heraus, dass ich die falsche Adresse hatte. An einer Schule, wo eigentlich mein Hostel stehen sollte, bekam ich die richtige Adresse. Super! Noch 2 Kilometer! Am Ende doch gefunden und zufrieden eingecheckt.

Zu meiner Freude war schon eine englische Comedy Gruppe da mit denen ich mich recht gut verstand. Ist ja die gleiche Branche. Gleich wieder los in ein riesiges Einkaufszentrum um Nahrung zu bekommen. Man wird sogar fündig.

Dienstag habe ich mir schon mal den größten Teil der Stadt angeschaut. Nahezu alles. Die Parks sind sehr, echt sehr schön gestaltet. Das Sagamuseum Perlan ist ebenso ein sehr lustiges Gebäude und wird wie jede andere Sehenswürdigkeit der Stadt nachts schön beleuchtet. Darin findet man dann Vikingerzeugs und Nobelessen.


Der botanische Garten mit angrenzendem Schwimmbad, Fußballstadion und Eishalle gibt auch so einiges her, ist aber nicht mit unserem Jenenser Garten zu vergleichen. Daneben aufm Berg befindet sich noch eine seltsame Kirche.


Richtung Zentrum bin ich noch in der Kunstgalerie reingeschnickst. Da wird dann dem dümmsten klar, dass isländische Gestaltungskunst stark kubistisch und surrealistisch angeleckt ist. Dann mal die Ramschwege durchkämmt und immer wieder auf Galerien gestoßen. Am Ende auf den Hafen gestoßen. Sieht aus wie ein Hafen. Das Postkartentier habe ich auch noch gefunden.


Am Abend hatten die englischen Clowns Auftritt in einer kleinen Bar. Es kamen an die 15 Leute. Doch es war ganz lustig. Ein sehr langer Tag. Dafür war der nächste Entspannung pur.

Früh mit dem Bus zur Blauen Lagune. Kein Bus kam. Ich stand nicht auf der Buchungsliste. Jede Menge Trubel aber mit einer Stunde Verspätung kam ich dann doch endlich an. Super geiles Teil. Wasser schmeckt komisch nach Salz und jeglichen anderen Stoffen. Wobei das Wasser hier allgemein sehr seltsam riecht. Überall riecht es so nach Algen. Heute habe ich festgestellt, dass der Geysir genauso riecht. Also Lösung.


Ja baden war schön chillig. Man fand stets ein ruhiges Plätzchen, da nicht allzu viele Menschen da waren. Die meisten waren eh Touristen. So ging das. 40°C Wasser und 110°C Sauna, nur um sich kalt abzuduschen musste man bis ans andere Ende laufen. Ist man anscheinend nicht gewöhnt. Später sollte ich besseren bewusst werden. Dampfbäder gabs auch. Man schmiert sich weißen Algen Mineral Schlamm ins Gesicht und grinst die Leute an. Viele lustige Gespenster überall. Also schönes Ding. Bin ständig eingeschlafen, weil es so entspannend ist. Der Abend war gelaufen.


Donnerstag war ich beim Registrierungsbüro, muss sich ja wieder ummelden, und hab wieder die Stadt angeschaut. Ein großer See Mitten in der Stadt bildet den ersten Park Reykjaviks. 1917 wurde die erste Bäume dort gepflanzt Heute sind sie nicht viel höher als ein normales Reihenhaus.


Freitagmorgen ging ich mal zum Geothermalen Strandbad. Ja in den Atlantik der etwas aufgeheizt ist. Maximal 15 Grad, niemals mehr. Es gab noch einen Hot Pot in dem man sich aufwärmen konnte, um dann vollkommen überhitzt in den Ozean zu rennen. Schon vom hinlaufen gefroren mir die Füße und im Wasser begann alles furchtbar zu schmerzen. Doch etwas arg kalt das Wasser ja. Abends hat man von hier aus einen wahnsinnigen Blick auf die östliche Stadt.


Oft kürze ich durch den Friedhof ab. Ist ja auch ganz romantisch, eigentlich. Hier ist es wie auf dem Rummel.


Ja heute ist Samstag und ich tourte im Touristen Bus herum. Erstmal in ein Kraftwerk um mir die Technik eintrichtern zu lassen in deren Abfall ich dann schwimme. Danach zum Gullfoss, ein wahnsinniger Wasserfall, den wirklich niemand verpassen sollte. Er übertönt alle Geräusche ringherum und fängt deine Blicke mit seinen kräftigen Wassermassen. Durch die Kälte und den super Wind wird man schön nass dabei und friert sich alles ab. Doch das ist es definitiv wert. Auch wenn man nicht so viel Zeit dort verbringen konnte, war es trotzdem überwältigend. Einfach ein fantastisches Gefühl über solch einem Monster zu stehen.


Weiter gings zum Geysir und dessen kleineren Nachbar Geysir Strokur. Also Geysir ist der einzig Wahre Geysir und der größte. Ist aber alt geworden und kommt nicht mehr so oft. Strokur hingegen kommt alle fünf Minuten. Total woah. Triffts. Was die Erde so alles von sich gibt ist wirklich toll. Das ganze Areal war unbeschreiblich. Es war höllisch kalt und windig, alles gefroren und zwischendrin sind riesige Dampfschwaden und heiße, kochende Löcher. Ständig ein PUuuuFFFFFffffffff. Fetzig.


Vor Sonnenuntergang noch in den Pingvellir Naturpark in dem 930 der erste Parlament mit demokratischen Zügen ins Leben gerufen wurde. Jetzt steht dort nur eine Fahne. Früher war da auch nicht mehr. Doch das interessante an dem Ding ist, dass man da ja die amerikanische und die eurasische Platte sehen kann. Das ganze Gebiet herum ist durch Risse in der Erde versehen, die durch das voneinander Wegtreiben entstehen. Krasse Landschaft, wirklich. Es fehlen nur die Bäume um alles perfekt zu machen.


So zu Hause ankommen und gefuttert und geschrieben. Ihr seid ja alle sicherlich ganz gespannt was ich hier treibe…ha

               

Jop Morgen letzter Tag Vielleicht fahre ich mit nem Nürnberger ne Runde rum oder ich geh in die Stadt zu nem älteren Herren der mich zum Kaffee eingeladen hat. Lustiger Mensch. War Postflieger und war in der ganze Welt. Unglaublich. Mal schauen.

Montag wird ja wieder geflogen, hoffe ich.

Achja ich schreib ja bestimmt nicht wieder vor Weihnachten, also wünsche ich euch schon mal ein angenhem liebliches Weihnachtsfest mit viel Freude und Besammensein. 

Bis Dann

1 Kommentar 19.12.09 21:02, kommentieren

Geputzte Stiefel

Der Schuh ist leer

Das Licht ist aus

Ich geh zum Melken wieder raus

Rauch noch eine Zigarette

Dann leg ich los

Jeden Morgen aufs Neue. Hab mir angewöhnt halb neun aufzustehen um ein gemütlich, entspanntes Frühstück zu genießen und nicht wie die anderen Beiden eine Stunde später los zu hetzen.

Heute früh, leere Stiefel, das erste Mal wahrscheinlich, genoss ich mein Kerzenlichtfrühstück am zweiten Advent. Logischer Weise allein. Ein sehr ruhiger Beginn des Tages. Draußen Nacht. Ja die Tage sind kurz, aber ich habe es mir schlimmer vorgestellt. Die Sonne kriecht nun nur noch hinter den Bergen des Horizontes entlang und lässt sich auch immer seltener blicken. Heute machte sie wahrscheinlich eine Ausnahme und verabredete sich mit dem Mond, der zum Mittag immer noch scheint. Skurril.

 

Nikolaus. Der Name sagt hier auch was, gefeiert wird der Tag aber nicht. Zum Ausgleich haben die Isländer 13 solche Tage. Am elften Dezember stellen die Kinder ihre Schuhe ins Fensterbrett und lassen sie bestücken mit Süßwaren. Das geht dann bis Heiligabend, der genauso gefeiert wird wie bei uns. Geschenke und dann Kirche, um 24 Uhr. Am 23. Dezember wird traditionell Steinrochen gegessen. Vielleicht kennt ja jemand Stinkefisch? Das ist so etwas Ähnliches. Das Mittelstück vom Rochen wird zwei bis drei Wochen in Fässern gelagert und dann gekocht. Riecht dann wahrscheinlich  sehr abstoßend, wird aber trotzdem mit Kartoffeln gegessen. Naja. Das Volk – Die Speise

Lange her nicht? Hatte in letzter Zeit mehr mit Arbeitssuche zu tun als mit der Schreiberei. Es ergab sich jedoch noch nichts in England. Nur unzählige Absagen. Nur ein größerer Milchkonzern LKL hat meine Bewerbung angenommen und erkundigt sich jetzt bei Milchbauern ob einer mich haben will. Man kann ja noch auf etwas hoffen.

Hier hat sich in der letzten Zeit schon einiges getan. Freitag waren die zwei Engländer zum Schafe schären da. Sehr nette und junge Kerle. Nicht viel älter als. Arbeiten auch in England im Schafbetrieb und reisen durch die Welt um Schafe zu schären. Einer war auch schon in Australien und in Neuseeland, mehrmals. Eigentlich was echt Geiles. Du kommst rum und hast deine Arbeit mit der du auch gutes Geld verdienst. Nach Island kommen sie auch jedes Jahr zweimal. Ich glaube damit kann man sich lange über Wasser halten. Die sind auch wahnsinnig schnell. Einer macht so etwa 250-300 Schafe am Tag. Ratz fatz Wolle runter und anstrengend. Während wir in dicken Klamotten rumstehen, Schafe fangen, Wolle einsacken usw. plagen die beiden sich im T-Shirt. Denk nicht das die was zu trinken angeboten bekommen oder sonstiges. Das sind nur Arbeiter so wie ich. Mit denen konnte man auch richtig gut erzählen. Waren voll nett. Aus Cambridge kämen sie.

 

Ja die Schafe sind ja drinnen. Nun recht nackt. Draußen hat es geschneit am 26. November. Tagelang wahnsinniges Wetter. Schnee von überall. Starker Wind schaufelt noch riesige Schneeverwehungen, größer als ich. Bis sieben Grad minus. Nachdem ich endlich fertig wurde mit dem Scheiß Schafstall ausgekärchere, hab ich mir dabei schön die Füße abgefroren. Ihr könnt mir erzählen was ihr wollt. So lila-grüne-schwarze Füße hattet ihr noch nie. Aber es geht schon wieder besser. Ziehe nur noch meine Filzstiefel an und die Filzinnenschuhe im Haus. Wärmt die Füße erheblich.

Nun jetzt ist es milder geworden. Der Schnee schmilzt schon wieder und es ist matschig. Würde sagen es wird Frühling. Aber es kommt sicher noch schlimmer. Ich hab es mir tatsächlich schlimmer vorgestellt, aber es soll mir recht sein so. Eine Woche hab ich hier noch. Nächstes Wochenende fahre ich dann mit dem Bus in die Hauptstadt, auch wenn mir das Geld zu leide ist. Ich will aber auch was mitnehmen und unternehmen, mich ans Stadtleben gewöhnen und weg von den verstörten Kunden. Dieses Wochenende waren zwei Freunde von Pálmi mit da. Einer sieht aus und benimmt sich wie der Herklotz. Ein Stock. Der andere, Modeproll aber ebenso unfähig. Alle samt hohle Gebilde. Schaustücke jahrelanger Inzucht. Die Zukunft von Island. Wenn ihr dieses Land besuchen wollt, macht es bald, bevor es noch schlimmer wird.

Gestrichen hab ich noch. Bin aber schon wieder fertig. Das wars jetzt mit der großen Arbeit. Es kommt nur noch dasselbe. Melken, füttern, saubermachen.


Dafür hatte ich eine geile Nacht. Nicht wegen den Eltern. Nein. Wegen Forest Gump und den Nordlichtern danach. Die hatte ich in den letzten Tagen immer mal, aber gestern waren sie wieder so schön, groß und dynamisch. Ich erkannte die Sonnenstrahlen, die diese Lichter erzeugen. Die grünen Schimmer bewegten sich schneller als letztes Mal und hatten an ihrer nördlichsten Seite eher rötliche Strahlen.


Ein wahres Theaterstück.  Ich als ständig Monolog führender Nebendarsteller im Ein – Mann – Stück. Morgen ist mein letzter Auftritt, der zehnte. Dann wird das Bühnenbild umgebaut. Nächster Akt. Apell an den Ton – könnt ihr das Meeresrauschen etwas lauter stellen und die Stimmen ein wenig leiser, wenigstens nachts … Das merkt doch keiner. Danke      

6.12.09 17:19, kommentieren

Nordlichtaaaaaaa

Endlich, nach 50 Tagen Aufenthalt in dieser intelligenzverlassenen Gegend zeigen sie sich mir. Ein Ähnliches Gefühl, wie beim erblicken eines Regenbogens überkommt dich. Nur eben nachts.

 

Erstreckt über den ganzen Himmel. Erst Bogenartig, dann immer weiter wachsend, wie ein Feuer zwischen Sternen. Begleitet von wunderbaren Sternschnuppen schaute ich dem Spektakel etwa zwei Stunden zu. Genügend Zeit für Gerappel. Ich hab sogar eine blaue Sternschnuppe gesehen, komisches Gerät. Hatte jedenfalls auch meinen Spaß und war überwältigt. Ein grelles Grün bis hin zum verbleichenden Weiß. Sanft verteilt und Schlieren bildend. Selten sind sie überall Lichtstark. Wie das Feuer nur im Ursprung am stärksten und trotzdem überall zu sehen.


Davon Bilder zu machen ist wahrhaftig nicht einfach. Im Sternenhimmel Modus mit einer Verschlusszeit von einer Minute entstanden dann halbwegs annehmbare Bilder auf denen man auch etwas erkennen konnte. Bis zum vollständigen Versagen musste die Kamera das mitmachen. Einiges konnte ich doch mitnehmen.


Sonst… Haufen Idioten im Haus. Die Tochter hat Freunde aus der Schule mitgebracht, die Winterreifen aufziehen. Naja. Ihr Auto ist abends auf dem Weg nach Patreksfjördur stehen geblieben. Verdient. Die sind dumm und dumm.

Am Strand von Island gibt es ein seltenes Elchexemplar. Kürzlich von mir gesichtet und auf Daten festgehalten.


Erschrocken begab es sich dann in Richtung Farm und machte Saufpause am Wasserfall.


Zwei überdehnte, aber schon gut geheilte Finger. Dicke Zehen, wahrscheinlich durch die Kälte. Geputze, Gestreiche und das übliche. Lange ist es ja nicht mehr. Drei Wochen bin ich voraussichtlich noch hier. Dann eine Woche Urlaub in Reykjavik und ab nach London. So schnell vergeht die Zeit.

Ist bei euch ja ähnlich. Ich hoffe doch euch geht es allen gut und ihr habt noch etwas Freude in der Heimat. Jetzt habt ihr schon besseres Wetter als ich. Denke ich zumindest. Langsam gefriert es. Schnee hab ich noch nicht und die Sonne lacht. Nur der Wind ist einfach krass. Teils wackeln bei mir die Wände, man kann draußen nicht laufen, vom Rauchen ganz mal abgesehen und mit dem Schlaf ist es wie an der Schnellstraße.

Da würde ich doch lieber am Strand unter Palmen schlafen, anstatt immerzu die Naturgewalten über mich ergehen zu lassen.


1 Kommentar 22.11.09 22:02, kommentieren

Halbzeit

So schnell geht es, da ist die erste Spielhälfte schon rum. Martin liegt deutlich vorn und hat seine Verfolger erfolgreich hinter sich gelassen. Nach einem defensiven Spielbeginn startete er allerdings rasch durch und erzielte einen Treffer nach dem Anderen. Zur Halbzeitpause gab es eine kleine aber wohl gelungene Aufmunterung für den Fortgang. Ein Freudenpaket an meinem Namenstag stärkte die Verfassung und lässt nun noch optimistischer in die Zukunft blicken.

Lange nicht geschrieben. Viel ist nicht passiert. Hab bis jetzt nicht wieder frei genommen. Letztes Wochenende war Nanna nicht da. Ich konnte also nicht viel machen, da mir keiner eine Aufgabe stellte. So brauchte ich auch keinen freien Tag. War Erholung genug. Also beschäftigte ich mich wie immer mit den Kleinigkeiten.

Die Woche durfte ich sogar den Müll wegbringen. So fuhr ich mit dem Pick Up bis an den Hafen, an den die Fähre anlegt. Dort gibt’s Container, damit andere Menschen die mit aufs Schiff nehmen und dann wahrscheinlich ins Meer werfen. Kann ich mir gut vorstellen.

Das Wetter ist nach wie vor sehr schön. Nur die Tage werden kürzer. Morgens geht halb zehn die Sonne auf und verschwindet dann um fünf. Aber der bunt strahlende Himmel bleibt noch weit über diese Zeit erhalten. So habe ich nun jeden Morgen nach dem Aufstehen einen flammend gelb-roten Himmel. Fantastisch aufmunternd.


Morgennebel hatten wir die Woche des Öfteren. Dienstag war er besonders schön. Heißt, dass er alles bedeckte nur uns nicht. Für uns hat die Sonne geschienen und überreichte mir eine traumhafte Überraschung nach dem Melken. Über der Farm ein fett ausgebreiteter Regenbogen. Eigentlich zu schön. Hab sogar probiert bis zu Ende zu kommen. Das klappt aber nicht. Es geht einfach nicht. Der geht immer weiter weg wenn ich mich ihn nähere. Scheiß aufs Gold. Wie demütigend.

 

Am Strand war ich natürlich auch und hab wieder neues Spülgut geramscht. Farbenfrohe Muscheln und einen Schwamm. Der sieht so blöd aus. Genial. Egon der Elch. Fabelhaftes Gebilde. Das geht nichts drüber. Aber den bekommen nur Skype Besucher zu sehen.


Morgen werden wir Schafe von den Bergen runter treiben und die Jungen dann schon mal in den Stall bringen. Während die Älteren noch bis zum Schnee draußen bleiben dürfen. Dafür kärchere ich die ganze Zeit die Ställe sauber. Eine Drecksarbeit. Hab aber wenigsten meine Ruhe. Um die Schafe mit herum zu treiben sind nämlich dieses Wochenende beide Kinder da. Heißt Idiotenalarm. Langsam zweifle ich wirklich an deren Verstand und glaube, dass alle Kinder in Island so dämlich sind. Wobei das theoretisch gar nicht möglich ist. Die könnten sich ja über Jahre hinweg gar nicht halten. Sie würden verzweifeln beim Thema Futter und dann jämmerlich zu Grunde gehen. Aber naja. Ich hoffe trotz Allem auf etwas Schlaf die nächsten Nächte. Die Zwei mögen es genauso wie die Eltern, die ganze Nacht über Krach zu machen. Aber die sind so hohl. Wie die miteinander kommunizieren… Fragwürdig in welcher Zeit wir hier leben.

Damit auch jeder endlich begreift, dass ich nahezu am Ende der Welt bin gibt’s noch einen Lageplan vom Zielgebiet.

Nun wenn ich mal wieder was Besonderes mache dann schreib ich wieder was ja.

13.11.09 21:53, kommentieren