Grenzgang

Hier bin ich wieder, gut gelaunt und gesund, nach meiner ersten Woche außerhalb der Zivilisation.

Ich hatte zu meiner Wanderwoche natürlich die besten Voraussetzungen. Viel Gepäck, da ich ja im Zelt gepennt habe-super Wetter, es hat am zweiten Tag angefangen zu regnen und es hörte erst am letzten Tag auf-ich war unabhängig, allein und natürlich unwissend.  Aber ich machte mich motiviert auf den Weg.

Freitagabend habe ich noch am See geschlafen, schön Feuer gemacht und das lästige Opossum kennen gelernt. Samstag Mittag ging es dann auf den Greenstone Track-ein sehr schöner und gemachter Wanderweg, der zügig zu beschreiten ist, ab und an mal hoch und runter geht, aber größtenteils ohne Probleme zu bestreiten ist. Das Wetter war super und ich konnte recht viel schaffen und sehen. Zu Abend stellte ich mein Zelt im Tal auf, mit wahnsinnigem Blick und kochte mir erstmal was warmes. Beim laufen wird man zwar warm, aber sobald man sich nieder lässt…Brrrrr. Es gab Nudeln und Pilze-in der Woche habe ich bis auf einen Tag jeden Abend Pilze gehabt-fantastisch!


Der zweite Tag lief auch gut, vorbei an Wasserfällen, Flüssen, Bergen und durch Täler, wandern eben. Als ich den Wald verlassen wollte, sah ich eine wunderschöne Regenwolke auf mich zu kommen, und so habe ich mich dort dann festgehalten. Ich wusste zwar, dass es regnen sollte, aber nicht so schlimm. Später erfuhr ich, dass es wohl die stärksten Regenfälle der letzten Zeit waren, mit 30 Litern die Stunde und Erdrutschen und solchen Sachen. Naja im Zelt eben, weißte wird manchmal etwas nass und so. 

 

Der dritte Tag lief auch nicht schlecht, es hat den ganzen Tag durchweg geregnet, die Flüsse stiegen, die Wiesen waren Sumpf, genau wie meine Klamotten. Bei solchem Regen sollte man das also nicht unbedingt machen. Es ist richtig schön, da durch den Regen unzählige Wasserfälle die Berge herunter fallen, aber man kommt schon irgendwie an den Punkt, an dem es körperlich sehr zehrt. Doch hier bin ich auch vom Mount Aspiring National Park in den Fiordland National Park gekommen und das ist richtiges Regenwaldfeeling. Alles vermosst, verpilzt und es regnet… Kurz vorm Ende, am letzten Campingplatz habe ich mein nasses Zelt gesetzt, das ausgewischt und das übliche Programm.


Am folgenden Tag schloss ich nach 10 Stunden den 36 Km langen  Weg ab und trampte erstmal nach Te Anau, obwohl ich genau in die andere Richtung wollte, nach Milford. Naja so war ich eben in Te Anau und konnte endlich meine Sachen trocknen, obwohl es dort noch nicht mal regnete. Ich verbrachte den Tag in der Stadt und konnte abends schön im Hostel kochen und am Kamin schreiben, Schuhe trocknen und mit einem französischen Pärchen quatschen.

So machte ich mich am nächsten Tag auf um nach Milford zu trampen. Ein Manager von den Bootsrundfahrten nahm mich die 120 km mit. Der war cool und half mir ein bisschen mich zu Recht zu finden. In Milford an sich gibt es nichts zu sehen, außer dem Fjord auf dem man Rundfahrten machen kann. Doch es war so ein scheiß Wetter, dass ich beschloss sofort zurück zu trampen.

 

So nahm mich ein englisches Pärchen mit, mit denen ich noch einen kleinen Abstecher zu einem Wasserfall machte und den Kea kennen lernte, den größten Papagei der Welt, so heißt es. Nach dem ich die Fahrt durch das Fiordland genoss, stieg ich am Divide wieder aus und machte mich wieder auf die Strecke. Dieses Mal den Caples Track, der genau das Gegenteil beinhaltet. Wer kein Geld für den Großen Walk hat, soll sich mit den kleinen Scheißdingern herum ärgern. Nachdem ich den Divide erklommen hatte, ging es noch ein kleines Stück durch den Greenstone Sumpf und dann 3 Stunden steil Bergauf, Nur Steine und Wurzeln und Wasser. Nicht wandern-klettern! Endlich oben angekommen, baute ich schnell mein Zelt auf, bevor es dunkel wurde und machte mir eine schöne Pilzpfanne. Auf der Spitze, dem Mc Kellar Sattle, wehte zwar wahnsinniger Wind und es regnete und es war kalt, aber dafür hatte ich am nächsten Morgen einen so geilen Ausblick, den könnt ihr nicht bezahlen.


Es kam hier auch ein wenig die Sonne durch und es regnete nur noch ein bisschen. So machte ich mich fertig um nach kurzem Walk wieder bergab zu steigen. Die selben Bedingungen, nur dass mein Rucksack riss. Ich traf dann zwei Kiwis, die den Greenstone in 7 Stunden gemacht haben und den Caples Track am selben Tag noch fertig machen wollten. Nachdem wir zusammen in der Upper Caples Hut gegessen haben und ich meinen Rucksack nähte, machte ich mich also auch motiviert auf, den Caples gleich zu erledigen. So ging es weiter zur Mid Caples Hut an der ich voll gemeckert wurde, weshalb ich auf dem Berg zeltete?! Es war irgendwie Schutzgebiet, aber mir egal, hab sonst auch überall gepennt. Nach einem kurzen Tratsch mit zwei Jägern gings weiter durch die Täler vom Herr der Ringe und schließlich, bevor es dunkel wurde, erreichte ich den Parkplatz, von den aus, mich mein Nemo angrinste. Einsteigen, essen, pennen. Ich war so kaputt. Den 30 Km langen Track in 9 Stunden gemacht. Es schlaucht, aber man fühlt sich schon etwas fitter danach und außerdem war es geil, endlich mal richtig was von Neuseeland zu sehen und durch die Natur zu streifen. Nun bin ich schon wieder in Queenstown und kann mich mal kurz organisieren und melden. Heut ist Freitag und Sonntag früh werde ich dann vermutlich weiter fahren an die Südküsten und es mir weiterhin gut gehen lassen.

Also das war mein Lebenszeichen. Ihr seht, lest, dass es mir gut geht und ich gesund bin, obwohl es verdammt feucht war. Naja

Also ihr wisst Bescheid-bis demnächst mal wieder.    

16.4.10 23:29

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